• Link zur Seite versenden
  • Ansicht zum Drucken öffnen
 

Hauskauf aus dem Jahre 1779

Ein Hauskauf aus dem Jahre 1779

In loser Folge wird der Heimatverein Leukersdorf alte Kaufverträge vorstellen. Sie sind sehr häufig mehr als reine Kaufdokumente, sondern schildern auch oft die Lebensumstände, in denen sich die Menschen damals befanden. Diese Verträge gewähren uns einen authentischen Blick in die Vergangenheit. Ich habe bewusst damalige Schreib- und Ausdrucksweise nicht geändert, um zu zeigen, wie sich Schrift und Sprache über die Jahrhunderte schon immer geändert haben. Zum besseren Verständnis sind Kommentare [Kommentar] eingefügt. In dem Kaufvertrag geht es um das Wohnhaus an der Hauptstraße Nr. 54 in Leukersdorf, das heute im Besitz der Familie Scheibner ist. Es steht neben dem baufälligen Rittergut, wo das Herrenhaus und die Remise unter Denkmalschutz stehen. Das Grundstück hat der Fleischhauer Christian Ernst Scharff aus Ernstthal [heute Hohenstein-Ernstthal] vom damaligen Rittergutsbesitzer und Erb-Lehnrichter Johann Georg Fuchß für 8 Gulden und 12 Groschen am 17. Juni 1746 gekauft, um darauf ein Wohnhaus zu errichten. Dieser Johann Georg Fuchß hat auch ab 1770 kostenlos Land abgegeben, um darauf die Häuser zu errichten, die heute auf der Neuen Gasse stehen. Das ist aber eine separate Geschichte.


Noch einige Gedanken zur geschichtlichen Einordnung. August der Starke war 1733 gestorben. Der Siebenjährige Krieg (1756 bis 1763) war vorüber.


Christian Ernst Scharff hat am 1. Februar 1779 das Haus an seinen Schwiegersohn, dem Fleischer Christian Wägner, für 150 Gulden verkauft. Die Beweggründe erzählt uns der Kaufvertrag:

Kaufvertrag


Archiv Scheibner; Wohnhaus um ca. 1925, zweiter v. l. damaliger Besitzer Paul Rottluff
Ein Hauskauf aus dem Jahre 1779 – Teil 2

Der erste Teil handelte von dem Verkauf eines Hauses, das 1746 von Christian Ernst Scharff erbaut wurde. Der Fleischermeister hat es an seinen Schwiegersohn, dem Fleischer Christian Wägner aus Lungwitz verkauft. Die Gründe dafür lagen in dem schlechten Gesundheitszustand des Eigentümers. Er litt unter einem Beinbruch und hatte eine offene Wunde. Zudem war seine Frau verstorben und er musste einen blinden Sohn versorgen. Sein zweiter Sohn stand bei dem Churfürstlich Sächsischen Prinz Maximilian Regiment als Grenadier in Diensten, so dass er seinen Vater nicht unterstützen konnte. Es wurde die Verteilung der Gelder geregelt, welche nicht zur Begleichung der Schulden diente (Angeld). Die Abgaben und Frondienste sind aufgeführt und Regelungen mit dem Nachbarn wurden getroffen. Das Haus befindet sich auf der Hauptstraße 54 in Leukersdorf und ist heute im Besitz der Familie Scheibner. Im zweiten Teil werden Festlegungen genannt, den blinden Sohn betreffend und die Forderungen der Gläubiger werden geregelt. Kommentare sind in eckigen Klammern geschrieben [Kommentar].

Teil 2 des Kaufvertrages

Wetter