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Christbaum als Symbol des Weihnachtsfestes

Foto Peter Hayn

Der geschmückte Christbaum ist heute für viele Familien ein unverzichtbarer Bestandteil des Weihnachtsfestes, sorgt für festliche Beleuchtung, unter ihm breitet man die Geschenke aus. Doch erst seit dem 19. Jahrhundert gehört das Aufstellen eines Nadelbaumes zum verbreiteten Weihnachtsbrauch. 

 

Zahlreiche Zeitungsanzeigen veranschaulichen die zunehmende Verbreitung in unseren Städten und Dörfern. Schon 1833 wurden im „Chemnitzer Anzeiger“ Konfekt und Marzipan zum „Verzieren der Christbäume“ angeboten. Seit den 1840er Jahren findet man verbreitet Stearinkerzen, früher gab es nur die aus minderwertigen tierischen Fetten hergestellten und rußenden „Inseltlichter“ sowie die teuren Kerzen aus Bienenwachs.


Thüringer Glasmacher stellten bald den ersten gläsernen Christbaumschmuck her, 1860 wurden z. B. in Chemnitz „Glaskugeln in verschiedenen Größen und Farben“ angeboten.


Die ständig steigende Nachfrage nach geeigneten Bäumen führte im Erzgebirge vielerorts zur „Selbstversorgung“. Manche lustige Mundartgeschichte greift diesen Konflikt zwischen Polizei und Förster als Vertreter der „Obrigkeit“ sowie Baumdieb auf, die Sympathien liegen dabei eher bei der zweiten Partei.


Im „Annaberger Wochenblatt“ von 1862 findet man folgende Anzeige eines Waldbesitzers: „Nachdem zum wiederholten Malen die schönsten jungen Tannen- und Fichtenbäumchen zum Gebrauch der Christbäume schonungslos abgeschnitten wurden, so wäre es höchst wünschenswerth, daß die löbliche Polizei ein wachsames Auge auf derartige Frefler richtet. Auch sichern wir demjenigen, welcher einen solchen Frefler anzeigt, einen Thaler Belohnung zu.“

 

Auch Waldbesitzer in unserer Gegend reagierten derart. Die Gebrüder Löffler aus Seifersdorf boten 1884 5 Mark Belohnung für den Nachweis eines Baumdiebstals, 1886 erhöhten sie die Prämie auf 6 Mark.


In vielen Orten wurde der öffentliche Verkauf von Weihnachtsbäumen streng kontrolliert. Der Stadtrat von Stollberg forderte 1890 einen Erwerbsnachweis für das Einbringen von Christbäumen in die Stadt, andernfalls Beschlagnahme der Ware und 15 Mark Geldstrafe.


Ende des 19. Jahrhunderts findet man zunehmend Beispiele für den Christbaum als Bestandteil der Ausgestaltung des Weihnachtsfestes in Kirchen, Vereinsräumen, Rathäusern und anderen öffentlichen Gebäuden. Entsprechend hohe Bäume gehörten nun zum Angebot des Handels.


Für diese öffentliche Aufstellung bot man elektrische Baumbeleuchtung an.


In den 1920er Jahren gelangte der geschmückte Weihnachtsbaum ins Freie. 1924 stellten die Mitglieder des neu gegründeten Schnitz- und Krippenvereins Mauersberg einen elektrisch beleuchteten Weihnachtsbaum auf. Über einen 1926 vom Annaberger Bürgerbund gestalteten Baum berichtete das Annaberger Tageblatt: “Der strahlende Lichterbaum bot einen ungemein reizvollen Anblick und die abendlichen musikalischen Darbietungen wurden von der Einwohnerschaft dankbar entgegengenommen, was der zahlreiche Besuch am besten zum Ausdruck brachte“.


In vielen weiteren Orten verbreitete sich dieser Brauch, einen „Weihnachtsbaum für alle“ aufzustellen, 1928 in Stollberg, bald auch in Zwönitz, Thalheim, Niederdorf und Oelsnitz. 1933 stand auch in Pfaffenhain und in Seifersdorf ein solcher Weihnachtsschmuck.


Vielerorts verbreiteten an den Adventstagen die Auftritte von Gesangvereinen, Schulchören, Kirchenchören oder Musikkapellen unter den Bäumen festliche Weihnachtsstimmung.


Doch schon wenige Jahre später war es mit der Lichterpracht vorbei. 1940 wurde es dunkel über Deutschland.
Zur ersten Friedensweihnacht 1945 gehörte der geschmückte Baum in vielen Familien trotz Hunger und Verlust von Angehörigen wieder zum Weihnachtsfest, der Baum wurde zum Symbol des Friedens.


Fährt man heute zur Adventszeit durch unsere Dörfer und Städte, so sieht man in vielen Gärten beleuchtete und geschmückte Fichten oder Tannen. Seit den 1960er Jahren tragen zunehmend auch im Freien aufgestellte Pyramiden zur weihnachtlichen Festgestaltung bei. Waren es anfangs nur die von den Schnitzvereinen gefertigten mehrere Meter hohen Ortspyramiden, so sind in den letzten Jahren viele von Bastlern für den eigenen Vorgarten oder Balkon hergestellte dazugekommen.


Zur Tradition geworden sind am Ersten Advent die Veranstaltungen zum Anzünden des Weihnachtsbaumes und Anschieben der Ortspyramide. Auch in unseren Ortsteilen gehören diese zu den Höhepunkten der Vorweihnachtszeit.


Claus Leichsenring
Heimatverein Leukersdorf

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